Was ist ein Powernap?
Powernaps sind kurze Nickerchen, die nicht länger als 30-35 Minuten gehen. Danach ist das Baby immer noch müde und quält sich oft nur so durch bis zur nächsten Schlafgelegenheit. Selbst, wenn es kurz so scheint, als ob das Baby fit ist, wird es nach einer relativ kurzen Zeit wieder müde. Oder auch abends nach dem Einschlafen wacht es nach 30-40 Minuten wieder auf und muss erneut beruhigt bzw. in den Schlaf gestillt oder getragen werden.
Dieses Phänomen kommt häufiger vor, als man sich das vielleicht denkt, denn tatsächlich sind viele Kinder von diesem Problem betroffen und Eltern suchen verzweifelt nach der Antwort auf die Fragen
"Warum wacht mein Baby nach 30 Minuten auf?" und "Wie kann ich meinem Kind dabei helfen, länger als 30 Minuten zu schlafen?"
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Ganz wichtig: Viele Babys sind in den ersten 5 Monaten entwicklungstechnisch einfach noch nicht so weit und würden ohne Unterstützung keine längere Schläfchen schaffen - das ist völlig normal. Danach sind Powernaps meist nur ein Symptom für ungünstige Rahmenbedingungen.
Was genau passiert nach 30 Minuten?
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Gehen wir einfach an den Punkt zurück, wann es vorkommt - also etwa 30 Minuten nach dem Einschlafen. Was passiert da genau? Ein Kind kommt aus der Tiefschlafphase (wo es nichts von seiner Umwelt mitkriegt und auch sehr schwer zu wecken ist) in die Leichtschlafphase (ein Zustand, in dem es sich vielmehr zwischen Schlafen und Wachsein befindet). Der immer wiederkehrende Wechsel in die Phase, wo das Kind quasi halbwach wird, ist für uns Menschen natürlich und sichert damit einem Säugling das Überleben. Denn nur in diesem Leichtschlaf wird ein Baby super empfindlich gegenüber jeglichen Veränderungen in seinem nächsten Umfeld.
Es versucht auf diesem Wege "einzuschätzen", ob es immer noch sicher ist und wenn nicht, dann kann es rechtzeitig Alarm geben (und das oft lautstark!). So stellt ein Kind es sicher, dass es nicht in einer Gefahrensituation zurückgelassen und/oder von einem wilden Tier aufgefressen wird (auch wenn es heutzutage nicht mehr aktuell ist, wissen es unsere Babys leider nicht).
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Was genau kann ein Baby im Schlafphasenwechsel wahrnehmen?
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Jegliche Veränderung in Licht- und Temperaturverhältnissen, Hunger, nasse Windel - alles, woran es sich sonst stören kann wie z.B. Geräusche, die beim Einschlafen nicht da waren (ein Auto fährt vorbei usw.). Schlafplatzwechsel - immer dann, wenn wir das Baby nach dem Einschlafen umbetten oder ablegen, kann es passieren, dass es nach einer halben Stunde aufwacht. Aber ganz ehrlich, mir als einem Erwachsenen, wäre es auch unheimlich, wenn ich mitten in der Nacht woanders aufwachen würde:).
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Mit anderen Worten, versucht das Baby, wenn es immer wieder kurz "wach" wird, die ursprüngliche Einschlafsituation wiederherzustellen. Das heißt - ist Dein Baby beim Stillen eingeschlafen, will es beim Aufwachen wieder gestillt werden, damit es zurück in den Schlaf findet. Schläft Dein Kind mit Körperkontakt ein (auf dem Arm, Händchen haltend oder Ähnliches), braucht es das in der Nacht oder nach 30 Minuten tagsüber wieder. Und hier ist eigentlich auch schon die Lösung - das Baby genauso weiterschlafen lassen, wie es eingeschlafen ist, indem man sich z.B. von vornherein mit hinlegt und diese Gelegenheit nutzt, um sich auch mal eine Pause zu gönnen. So lässt es sich nach 30 Minuten am einfachsten dem Baby dabei helfen, in die nächste Schlafphase zu wechseln - man schafft gleichbleibende Einschlafbedingungen, also z.B. einfach weiter stillen.
Zwei Möglichkeiten, Deinem Baby zu helfen
1. Wenn Du jetzt sagst: super, das ist überhaupt kein Problem für mich! - Dann mach einfach das, was immer dafür nötig ist, damit Dein Baby weiter schläft. Denn da, wo kein Problem ist, muss es auch nicht gelöst werden.
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2. Wenn Du allerdings meinst, dass es sich auf Dauer doch zu einem Problem entwickeln könnte, denn die Abende sind nur noch damit gefüllt, auf das Babyphone zu schauen und am Tag bist du auch nur noch damit beschäftigt, die Nickerchen deines kleinen Schatzes zu verlängern, ohne selbst zur Ruhe kommen zu können oder gar etwas Zeit für Dich und den Partner zu haben, dann gibt es natürlich eine gute Alternative - schaffe eine Einschlafsituation, Die dein Baby eigenständig, ohne Deine Hilfe wiederherstellen kann.
Sorge also dafür, dass Dein Baby von vorne herein so und dort einschläft, wie es später aufwacht und diese Ausgangssituation bereits kennt bzw. auch als vollkommen normal und sicher empfindet.
Fehler im Tagesablauf
Wenn Dein Baby nicht lange genug vor dem Schläfchen wach war, dann fehlt ihm der Schlafdruck, um anschließend ein längeres Schläfchen machen zu können - es wacht auf einem halben Weg auf und wenn es überhaupt weiter geht, dann wieder mit super viel Unterstützung - meist bleibt es aber müde und unzufrieden bis zur nächsten Schlafgelegenheit wach.
Bei zu langen Wachzeiten steigt der Stresspegel zwischen den Schläfchen an und sorgt dafür, dass Dein kleiner Schatz zwar einschläft, dann aber nach 30-40 Minuten von den Stresshormonen aus dem Schlaf gerissen wird. Übermüdung sammelt sich gerne über den Tag verteilt an und zeigt sich abends mit mühsamen Einschlafen oder mit ständigem Aufwachen in der ersten Nachthälfte - oft auch weinend oder schreiend.
Lösung: ein altersgerechter Tagesablauf mit Schlaf- und Wachzeiten, die an die individuellen Bedürfnisse Deines Kindes angepasst sind. So kann Dein Baby endlich so viel schlafen, wie es braucht.
Dabei hilft Dir mein HappySleeper-Crashkurs - Du musst es also nicht mehr erraten und gewinnst die Kontrolle über euren Alltag wieder zurück.
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Wenn Du jetzt weißt, woran es liegt, aber noch keinen Plan hast, wie Du dein Baby beim längeren Durchschlafen unterstützen kannst, dann begleite ich Dich gerne auf eurem Weg dahin.
Über die Autorin
Irina Kaiser ist Schlafexpertin, Stillberaterin und Mama von zwei Kindern. Seit 2017 steht sie mit ihrem umfangreichen Wissen und Erfahrung müden Eltern zur Seite auf ihrem Weg zu einem entspannteren Familienleben ohne Schlafentzug. Ihre Online-Kurse sind bekannt für ihren sanften und bedürfnisorientierten Ansatz und haben bereits Tausenden von Familien geholfen, mehr Schlaf zu bekommen.
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